What’s Snappenin’ ?

Wenn Fotos auf mysteriöse Weise verschwinden, ist Snapchat am Werk. Screenshot: Merve Canatan

Wenn Fotos auf mysteriöse Weise verschwinden, ist Snapchat am Werk. Screenshot: Merve Canatan

Snapchat – Top oder Flop? Die innovative App aus den USA hat in Deutschland eine breite Anzahl an Nutzern in nur kürzester Zeit erreicht. Die App bietet spannende Tools und interessante Funktionen. Aber reicht das?

Von Merve Canatan

Evan Spiegel und Bobby Murphy sind die Erfinder der App. Die Innovatoren studierten in den USA noch bis 2010 an der Stanford University. „Wir waren nicht cool“, sagte Evan Spiegel dem Spiegel, „aber wir versuchten coole Dinge zu bauen.“ Mit dieser Leitidee versuchten die beiden sich am Programmieren. Snapchat wurde 2011 in Los Angeles, Kalifornien, entwickelt. Die Applikation beinhaltet die Möglichkeit, Fotos an Kontakte zu verschicken, welche sich auf dem Bildschirm des Empfängers aber nach wenigen Sekunden auflösen. Möchte derjenige das Bild speichern, muss ein Screenshot gemacht werden.

Alleine im Jahr 2013 wurden 350 Millionen Nachrichten täglich verschickt. Seinen Erfolg verdankt Spiegel neben seinem Geschäftspartner Bobby Murphy auch ehemaligen Kommilitonen  denn die erkannten den Reiz des Chats mit temporär verfügbaren Fotos.

Wie funktioniert Snapchat?

Hinter Snapchat steckt ein Programm zum Verschicken von Fotos und inzwischen auch Videos. Nachdem man sich mit seiner Handynummer oder seiner E-Mail-Adresse eingeloggt hat, kann es losgehen. Die Länge eines Videos beträgt maximal zehn Sekunden. Wie lange ein Foto sichtbar sein soll, kann man individuell festlegen. Damit die App auch zum „Chat“ wird, gibt es die Möglichkeit, seinen Fotos Nachrichten von der Breite des Displays anzuhängen. Weitere Extras sind beispielsweise mehrere Filter, die den Stil des Bilds oder Videos verändern sowie das Hinzufügen der Uhrzeit, der Temperatur oder bei Videos die Abspielgeschwindigkeit.

„Story of my life“

Snapchat-Stories ist eine weitere integrierte Funktion, die sich großer Beliebtheit erfreut. Sie beinhaltet eine Art Tagebuch, in der Fotos und Videos 24 Stunden gespeichert bleiben und man so auf diese immer wieder zurückgreifen kann. Über ein Icon am unteren rechten Bildschirmrand kann man darauf zugreifen. Es erscheinen nicht nur die eigene Story und die Stories der Kontakte. Man kann auch nachverfolgen, wer die eigene Story gesehen hat.

Eine andere Rubrik, welche rund um den Globus aktiv ist, gehört zum Bereich der Funktion Live. An besonderen Tagen, wie zum Beispiel an Weihnachten, können Nachrichten mit dazugehörigem Standort wie „Deutschland“ oder „Berlin“ versehen werden. Mit etwas Glück erscheint dann das Bild in einer Live-Timeline. Momentan laufen Timelines aus Osaka und Hong Kong.

Was sind die Vorteile?

Zu den bisher vorhandenen Apps Instagram und WhatsApp kann Snapchat als Alternative herhalten, denn es kombiniert die beiden Hauptfunktionen geschickt.  Instaram fokussiert sich auf Fotos und Kurzvideos, wobei anschließend das integrierte Direct Messaging folgte und somit Ressourcen für die Programmierung einer neuen App sparte. WhatsApp ist auf Text- und Sprachnachrichten spezialisiert und ist weltweit der meistgenutzte Kurznachrichtenapp. Fotos und Videos zu verschicken sind zwei der Möglichkeiten, die die App außerdem bietet. Mit der Zeit folgte dann das kostenlose Telefonieren, welches allerdings nur mit eingeschaltetem WLAN oder Zugang zum mobilen Datennetz funktioniert.

Einen besonderen Reiz kann Snapchat allerdings auf sich verbuchen: den Nervenkitzel. Einmal unaufmerksam, verpasst man möglicherweise ein Foto oder eine Textnachricht – und vergrault damit seine Freunde. Fest steht jedenfalls: Der Schmuddelecke ist Snapchat längst entwachsen. Und greift stattdessen weiter nach den Sternen.