Wenig Neues im dritten TV-Duell

Das letzte TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten fand in Las Vegas statt. Grafik: Melina Seiler

Das letzte TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten fand in Las Vegas statt. Grafik: Melina Seiler

Vergangene Nacht trafen sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump und seine direkte Kontrahentin, die Demokratin Hillary Clinton, zum finalen Fernsehduell in der Spielhölle Las Vegas. Obwohl Clinton laut Experten auch diesmal als Siegerin hervorgeht, sorgte der umstrittene Republikaner Trump für die Aussage des Abends.

Von Konstantin Holtkamp

Knapp drei Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen erneuerte Donald Trump ein weiteres Mal seinen Verdacht der Wahlmanipulation am 8. November. „Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue mir das jetzt nicht an“, sagte er. US-Kommentatoren sehen diese Aussage als einzigartig in der Geschichte an. Zuvor hatten sowohl Vize-Kandidat Mike Pence sowie Tochter Ivanka Trump als auch die republikanische Partei etwaige Aussagen Trumps relativiert. Die Partei sprach davon, ein Wahlergebnis, in welcher Form auch immer, hinnehmen zu wollen.

Das letzte TV-Duell in Las Vegas verlief größtenteils inhaltlicher als die beiden vorherigen Debatten in Hempstead (New York) und St. Louis (Missouri). In engagierten Diskussionen gerieten die beiden Kandidaten vor allem bei Themen wie der Abtreibung, den Waffengesetzen und der Besetzung der höchsten Richterämter hart aneinander.

„Ich kenne diese Leute nicht!“

Vor allem Trump schweifte jedoch während der Duelle immer wieder von inhaltlich wichtigen Themen ab und warf seiner Kontrahentin Clinton vor, sie hätte gezielt Lügen über sexuelle Übergriffe seinerseits verbreitet. In den vergangenen Tagen waren immer wieder Frauen an die Öffentlichkeit getreten und hatten geäußert, von Trump sexuell belästigt oder unflätig angefasst worden zu sein. Donald Trump tat dies als Gerede und Lügen ab und betonte am Mittwochabend: „Ich kenne diese Leute nicht!“

Erneut beteuerte er, niemand habe mehr Respekt vor Frauen als er. Clintons Wahlkampfteam habe diese Frauen dazu gebracht, entsprechende Aussagen zu tätigen und zu veröffentlichen. Sie habe auch dafür gesorgt, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen während des Wahlkampfes gekommen sei. Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen auf das Übelste zu verachten. „Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel.“

Kaum noch Aufwind für Trump?

Clinton betonte in ihrem Schlussstatement erneut, sie werden sich besonders für Bildung und soziale Gleichheit einsetzen. Trump forderte mehr Gesetzestreue und Gerechtigkeit. Der ganzen Debatte, ausgestrahlt vom konservativen Sender Fox News, mangelte es an wirklich neuen Fakten und Argumenten. Kaum verwunderlich so knapp vor den Wahlen, finden auch Experten. US-Kommentatoren sprechen bereits davon, dass nur noch ein wirklich grober Fehler Clintons Wahlsieg ins Schwanken bringen könne. Frischer Aufwind für Donald Trump sei im Kampf um das Weiße Haus kaum noch zu erwarten.