Unter Zombies und Obamas

Keine schrecklich große Auswahl. Foto: Marcel Schürmann

Keine schrecklich große Auswahl. Foto: Marcel Schürmann

Halloween ist der Gruselfeiertag schlechthin. Doch davon ist in vielen Kleinstädten Deutschlands überhaupt nichts zu sehen – denn vielerorts richten sich die Läden schon auf das Weihnachtsgeschäft ein.

Von Marcel Schürmann

Halloween? Grundsätzlich überschätzt. Zumindest scheint es der Handel so zu sehen. Denn wer im westfälischen Unna beispielsweise auf den letzten Drücker auf der Suche nach einem schaurigen Kostüm ist, der wird auf den ersten Blick nicht fündig werden. In der Spielwarenabteilung des Kaufhauses Schnückel liegt nur eine überschaubare Auswahl an Horrormasken vor, die sich auch in den vergangenen Jahren schon an Ort und Stelle befand. Darunter die berühmte Scream-Maske oder das vernarbte Gesicht von „Kult-Serienmörder“ Freddy Krueger. Auch ein paar Skelett-Kostüme und Hexen-Accessoires sind dabei – das war’s. All diese Dinge haben wir in den letzten Jahren zuhauf gesehen und hauen damit heute wirklich niemanden mehr vom Hocker.

Keine Zeit für Halloween

In der Woolworth-Filiale in Unna erhält man Ende Oktober den Eindruck, man befände sich bereits in der Adventszeit. Die Dekoration ist schon weihnachtlich. Vom Hype um Halloween ist nicht viel zu sehen. Beim Stöbern wird man dann aber doch noch fündig: In einem kleinen Kostümierbereich finden sich diverse Zombie-Masken, die sich dank der Serie The Walking Dead zuletzt äußerst starker Beliebtheit erfreuten.

Aber auch ein prominentes Gesicht taucht zwischen all den Untoten auf: US-Präsident Barack Obama. „Die Obama-Maske ist in diesem Jahr ein echter Verkaufsschlager“, erzählt Laden-Azubi Tim B. Wer Halloween also nicht allzu gruselig angehen will, kann sich – wie auch an Karneval oft gesehen – verkleiden wie ein Promi.

Angesagt: Vorbilder aus Film und Fernsehen

Generell sind die Kostümtrends auch immer an aktuellen Filmen und Serien auszumachen. Dominierten in den 90er Jahren jegliche Figuren aus Star Wars die Kostüm-Hitlisten, waren es im vergangenen Jahrzehnt die Wesen aus Der Herr der Ringe oder Captain Jack aus Fluch der Karibik. Auch Vampire feierten durch die Twilight-Verfilmungen zuletzt ein rasantes Comeback. Ebenfalls oft gesehen: der Joker aus Batman.

Riesen-Auswahl im Internet

Dass viele Läden keinen besonders umfangreichen Bereich für Halloween-Kostüme besitzen und im Vergleich zu den Vorjahren ordentlich zurückgefahren haben, könnte an dem großen Konkurrenten namens Online-Versand liegen. Immer mehr Leute haben keine Lust, für ein Kostüm in die nächstgrößere Stadt zu fahren und shoppen daher im Internet. Auch ist die Auswahl an Artikeln im Netz viel größer.

Wer jetzt noch kein Outfit für die nächste Kostümparty hat, dem bleibt eigentlich nur noch übrig, sich selbst eins zu basteln. Ein zeitloser Klassiker: das Gespenst. Sollten alle Stricke reißen, findet sich in irgendeinem Kleiderschrank ganz sicher noch ein altes Bettlaken. Ein Hingucker ist man damit allemal.