Trump – zwischen Genie und Wahnsinn

Das Weiße Haus: Nicht nur Donald Trumps Ziel. Foto: Pixabay

Das Weiße Haus: Nicht nur Donald Trumps Ziel. Foto: Pixabay

In den USA läuft der Präsidentschafts-Wahlkampf gerade auf Hochtouren. Jedoch sticht aus den zehn Kandidaten ein für sich ganz besonderer Charakter hervor: Donald Trump. Ein Name, unter dem die Nation einen schwerreichen und mächtigen Unternehmer kennt.

Von Merve Canatan

Seit diesem Jahr weiß fast jeder, wer er ist. Er gilt als durchsetzungsfähig, besserwisserisch und selbstsüchtig. Und vielleicht gerade durch diese Eigenschaften verschafft sich der Milliardär die gewünschte Popularität.

Donald Trump machte sich das erste Mal in Manhattan selbstständig. 1995 kaufte er das alte „Commodore Hotel“ in New York und eröffnete dieses fünf Jahre später als das „Grand Hyatt Hotel New York“. Über die Jahre baute sich Trump durch seine Immobilien rasend schnell ein riesiges Vermögen auf. Unter seinen Geschäftsbereichen sind zahlreiche Hotels, Wohn- und Geschäftsbauten inbegriffen. International bekannt wurde er im Jahre 1983 mit dem Bau des „Trump-Tower“ an der Fifth Avenue in Manhattan.

Heute will der steinreiche Immobilien-Unternehmer bei den Präsidentschaftswahlen für die republikanische Partei kandidieren.

Jedoch scheint der Geldliebhaber nicht allzu hoch in der Gunst seiner Mitstreiter zu stehen. Einer seiner Konkurrenten, Jeb Bush, unterstreicht öffentlich regelmäßig Trumps Immigrantenhass. Trump sagte: „Wenn Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten. Sie schicken Leute mit vielen Problemen, und sie bringen diese Probleme mit. Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger.“ Und zu dieser Aussage steht Trump bis heute.

Trump, der Entertainer

Am 8. November 2016 finden die 58. Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Trumps selbstbewusste Positionierung gegenüber seinen Konkurrenten erweckt den Eindruck, dass er seine Kandidatur mehr als ein Mittel für Entertainment und Profilierung sieht denn als große Herausforderung.

Mit seinem Verhalten offenbart Trump eine ganz besondere Einstellung gegenüber der Nation und den anderen Kandidaten. Die FAZ beschrieb ihn wie folgt: „Donald Trump ist eine Art Straßenköter. Rotzfrech, bissig und fest davon überzeugt: Wenn er nur lange genug bellt, wird der andere schon klein beigeben.“

Mit diesem Auftreten kommt Trump bestens durch und wird zudem auch noch populär. Man fragt sich jedoch, ob seine polarisierenden Reden alleine ausreichen, um mit seiner Kandidatur erfolgreich zu sein.

Wofür steht Donald Trump eigentlich?

Ein Großteil der Bürger ist ganz fasziniert von ihm. Sein Verhalten bringt eine erfrischende Abwechslung in die ansonsten allzu bekannte Menge an Gesichtern und Versprechungen. Auf der anderen Seite scheint das Publikum nachzudenken. So langsam fängt der Einzelne an sich zu fragen: Wofür steht Trump denn eigentlich?

Wenn man es überspitzt formuliert, kann man ganz klar sagen, dass Trump nur für sich selber steht. Sein Name, sein Vermögen, ganz allein er selbst. Trumps Programm enthält, wenn man mal genauer hinschaut, auch wenig klare Fakten. Im Bereich für Wirtschaft und Arbeit wünscht er sich China als Produktionsland aus dem Fokus von Amerika zu entfernen. Der Spiegel schreibt im Zusammenhang über Trump: „(…), die Billigware aus Fernost sieht er als Hauptursache für die ausblutende heimische Industrie.“

Fürs Erste scheint Trump noch durchzustarten. Doch ganz sicher ist es dann doch nicht, ob der Erfolg seines diskutablen Auftretens lange anhält.

 

Kommentar

Allgemein betrachtet ist die Kandidatur von Trump als sehr auf Eigeninteresse bedacht einzustufen, da er auf eine neue Herausforderung aus ist. Er fokussiert sich in den TV-Debatten oftmals mehr auf sein Vermögen und seine Macht als auf seine Pläne, sein Vorhaben, oder auch überhaupt sein Programm. Das Thema Klimawandel scheint den 69-Jährigen ebenfalls kaum zu interessieren. Mehr ist ihm wichtig, wie es seinem Land und dem amerikanischem Volk geht. Trump wirkt wie ein von Außen stark gepanzertes Imperium, das innerlich betrachtet sehr egozentrisch ist. Trump scheint zur Zeit einfach einen Nerv zu treffen, denn sein Entertainment-Programm wird nicht lange mit der Realität mithalten können. Je weiter der Wahlkampf voranschreitet, desto mehr Fakten muss er präsentieren, denn Politik muss realistisch geführt werden und ist kein Spielbrett, bei der man bei Verlust das Feld verlässt. Es wäre fraglich, ob Trump dem Druck und den Herausforderungen einer Präsidentschaft gewachsen wäre – wenn die Amerikaner ihn denn wollen.