Tag des Kommentars

 

Jeden Tag etwas Neues. Bild: Kay Hövelmann

Jeden Tag etwas Neues. Bild: Kay Hövelmann

Jeden Tag gibt es etwas Neues. Sei es der Tag des Toilettenpapiers (26. August) oder der Tag der Katze (08. August). Wenn die Zeitungen und Radiosender nichts zu berichten haben, dann berichten sie über einen besonderen Tag. Heute ist dann wohl Tag des Kommentars.

Ein Kommentar von Kay Hövelmann

Das Internet zwingt uns zu handeln

In Zeiten von Social Media, wo Firmen nahezu gezwungen sind, jeden Tag ein originelles Posting zu veröffentlichen, nimmt die Sache mit den Tagen Überhand. Damals in diesen sagenumwobenen Zeiten, in denen das Internet noch Nebensache war, da gab es nur wenig wichtige dieser „besonderen“ Tage. Abgesehen von den Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und so weiter waren da nur der eigene Geburtstag und vielleicht noch der Namenstag. An den „Tag des Mettbrötchens“ (14. Februar) war da nicht zu denken. Aktuell findet man, wenn man sucht, immer etwas Neues. Viele Tage sind global und vielleicht sogar für einen guten Zweck, doch andere sind einfach nur aus Langeweile geboren.

Bleiben wir doch bei den Tagen, die etwas bewegen

Am 4. Februar ist zum Beispiel Weltkrebstag. An diesem Tag soll die Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zurückgerufen werden. Das ist doch mal eine gute Sache. Nur wenn man sich nun umsieht in den vergangenen und kommenden Tagen der Woche, dann findet man immer häufiger Dinge wie den „Internationale Tag der Putzfrau“ am 8. November oder der „Kauf-Nix-Tag“ am letzten Samstag diesen Monats. Diese Tage entstanden doch in Sommerlöchern, in denen es sonst nichts zu berichten gab, oder? Dank der Flut an unnützen Tagen werden die wirklich wichtigen Aktionstage, die etwas bewegen wollen, komplett in den Hintergrund gedrängt. Oder sollte wirklich der „SchnitzelBlowjob-Tag“ (14. März) bekannter sein, als der „Welt-AIDS-Tag“ am 1. Dezember. Sicherlich trifft diese Behauptung nicht auf alle Leser zu, doch geht es ja weniger um diese Menschen, die am 1. Dezember auf AIDS aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass es mehr Beachtung in der Öffentlichkeit bekommt. Diese lassen sich nicht vom „Tag der Zartbitterschokolade mit Mandeln“ (07. November) ablenken. Ich richte mich an alle, die noch nichts gehört haben vom Weltdiabetistag (14. November), um wachzurütteln und den Fokus wieder auf die wichtigen Dinge im Leben zu lenken.

Qualität vor Quantität

Meiner Meinung nach sollte es wieder mehr um Qualität gehen, als um Quantität. Auch wenn ich mir am 7. November sicherlich ein Stück Zartbitterschokolade mit Mandeln genehmigen werde, wäre es doch wichtiger, die Menschen wieder vermehrt am 1. Dezember auf die Straßen zu bekommen, damit all die Zartbitterschokoladen-Fanatiker ihr Augenmerk wieder auf die wichtigen Dinge im Leben richten.