Frauenquote: Vorteil oder Bevormundung?

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Frauenförderung in der Wirtschaft – ein heikles Thema. Während der Koalitionsverhandlungen ist die Frauenquote ab 2016 beschlossen worden.  Die Politik konnte sich lange Zeit nicht einigen, die Bevölkerung ist ebenfalls geteilter Meinung. Wo fängt Diskriminierung an, wo die Förderung? Die Regierung hat das Problem der Gleichstellung in Führungspositionen erkannt, ist aber ahnungslos im Umgang mit dem Defizit. Eine kleine Hilfestellung.

Von Katja Hölter

Frauen konnten sich bisher überall durchschlagen – warum sollten sie es dann nicht allein in eine Führungsposition schaffen? Eine gesetzliche Frauenquote vermittelt das Image eines schwachen Individuums, das Hilfe benötigt. Heutzutage kann man die Frauen als emanzipiert ansehen, die aus eigenem Antrieb genau die gleichen Karrierechancen haben, wie ihre männlichen Mitstreiter. Vielleicht haben Frauen sogar einen den entscheidenden Vorteil, weil sie es in der Vergangenheit immer schwieriger hatten und dadurch kämpferischer sind. Die Förderung der Quote wird der Entwicklung ihrer Emanzipation nicht gut tun.

Moderne Unternehmen werden längst bemerkt haben, dass Frauen den Aufgaben in Führunspositionen durchaus auch gewachsen sind. Sie legen nicht nur Wert auf Kapitalsteigerung, auch in der Kommunikation sind sie Männern oftmals voraus. Das Betriebsklima wird häufig entspannter, da ein anderer, mitfühlender und verständnisvoller Umgang herrscht.

Gegen die Quote spricht ebenso, dass Frauen in Führungspositionen diskriminiert und belächelt würden. Das Wissen, unter Zwang eingestellt worden zu sein, ist kein schönes. Auch dürften die Unternehmens jenen Frauen naturgemäß nicht viel zutrauen, wenn die Einstellung der neuen Führungskraft eine Art Notlösung war, um die Quote zu erfüllen. Die Unternehmen hätte keine Wahl. So stehen die Firmen auch nicht unterstützend hinter der neuen Mitarbeiterin, sondern haben von Anfang an Vorurteile und Zweifel.

Oft kann schon in der Grundschule beobachtet werden, dass Mädchen fleißiger und ehrgeiziger sind als ihre Mitschüler und vieles aus eigenem Antrieb erreichen. Das ist der Beweis dafür, dass Frauen auch später bedenkenlos im Job mit den Männern mithalten können, sie sogar übertrumpfen könnten, wenn sie denn wollten. Die Wirtschaft muss dies nur erkennen und mehr zum Vorteil zu nutzen wissen.

Das wahrscheinlich größte Manko der Frauenquote ist die oftmals fehlende, gleichzeitige Kinderbetreuung. Viele Frauen entscheiden sich für die Familie und gegen die Karriere, um sich um ihr Kind zu kümmern. Dabei würde mit Sicherheit auch beides unter einen Hut zu bekommen sein. Die Politik sollte sich etwas bei den Schweden abgucken. Frauen werden dort finanziell gefördert und es gibt mehr Urlaubstage, für den Fall, dass das Kind einmal krank wird. So ist ein großes Problem aus dem Weg geräumt. Eine Anhebung der Kita-Plätze zur Kinderbetreuung ist somit ein sinnvoller Schritt zur Steigerung der Berufstätigkeit der Frau, den die Regierung durchzusetzen versucht. Wesentlich sinnvoller als die gesetzliche Frauenquote.